Kunstmarkt allgemein

Die Schweiz ist eine der führenden Kunstmarktnationen. Der TEFAF Art Market Report 2013 hält fest, dass auf die Schweiz im Jahr 2012 2% des weltweiten Marktvolumens in der Höhe von 43 Mrd. EUR entfielen, was in absoluten Zahlen einen Schweizerischen Umsatz von EUR 860 Mio. ergibt. Dieser Umsatz setzt sich zusammen aus Verkäufer von Gemälden, Skulpturen, Arbeiten auf Papier, aber auch dekorativen Objekten, Antiken, Asiatica und Möbeln (The European Fine Art Foundation (Hrsg.), TEFAF Art Market Report 2013, The global art market with a focus on China and Brazil, Helvoirt 2013, S. 21, 24). In einer anderen Studie wird für das Jahr 2000 von einem Volumen von etwas mehr als CHF 1 Mrd. ausgegangen (Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, Kultur.Wirtschaft.Schweiz, Erster Kulturwirtschaftsbericht Schweiz, Zürich 2004, 32 f.). Es ist - gerade auch auf dem Hintergrund der internationalen Konkurrenzsituation - von besonderer Bedeutung, die guten Rahmenbedingungen für das privatwirtschaftliche Handeln in diesem Bereich zu erhalten bzw. zu verbessern. Hierfür setzt sich der Verband Schweizerischer Auktionatoren von Kunst- und Kulturgut ein.


Diese starke internationale Position der Schweiz ist im Wesentlichen auf die zentrale geografische Lage, die Mehrsprachigkeit, die Neutralität und politische Stabilität des Landes, den ordnungspolitischen Rahmen, die Rechtssicherheit sowie das Engagement, Wissen und die Erfahrung der Schweizer Galerien, Kunsthändler, Kunstauktionshäuser, Messeorganisatoren und - last but not least - der engagierten Kunstsammler zurückzuführen. Die professionellen Kunstmarktteilnehmer arbeiten neben ihrer Funktion als Vermarkter bedeutender Werke auch als Kulturvermittler, Ausstellungsmacher, Publizisten, usw. Sie nehmen an internationalen Messen teil und pflegen Kontakt zu internationalen Kunstsammlern und Museumsvertretern.

Gerade die ArtBasel, die weltweit bedeutendste Kunstmesse für moderne und zeitgenössische Kunst, zieht jedes Jahr im Juni über 60‘000 Kunstinteressierte nach Basel. Nebst dieser kommerziellen Seite leisten die professionellen Marktteilnehmer wie auch die privaten Kunstsammler den wohl grössten Beitrag zur Kulturförderung im Bereich der bildenden Kunst. Charakteristisch für diese Kulturförderung ist, dass sie privatwirtschaftlich/unternehmerisch, dezentral/nicht-monopolistisch, an der Front, ohne Steuergelder und auf eigenes Risiko der Akteure erfolgt. Das Ausmass dieser privaten Kulturförderung wird sichtbar, wenn man von der ganzen getätigten Kulturförderung diejenige abzieht, die durch stattliches Engagement unterstützt wird.


Literatur:
Kuno Fischer, Schweiz - Ein Paradies für Sammler? - art value, Nr. 6, S. 64-70 (hier)