URG & Folgerecht
 

Der Verband Schweizerischer Auktionatoren von Kunst- und Kulturgut setzt sich ein gegen die Einführung des Folgerechts (droit de suite). Das Folgerecht sieht vor, dass die zeitgenössischen Künstler und vor allem deren Erben bis zu 70 Jahren nach dem Tod des Künstlers am Erlös (also nicht nur an der Wertsteigerung) ihrer Werke beteiligt sind.
 

Die Einführung des Folgerechts in der Schweiz würde die Rahmenbedingungen für den Kunstmarkt und damit auch für die zeitgenössischen Künstler verschlechtern. Dies belegt eindrücklich eine von Prof. Dr. Dieter Schmidtchen und Dr. Roland Kirstein, Center for the Study of Law and Economics, verfasste wissenschaftlich Arbeit mit dem Titel "Die EU-Richtlinie zum Folgerecht. Eine ökonomische Gesetzesfolgeanalyse".
 

Für den Kunst- und Kulturplatz Schweiz ist die private Kulturförderung und -vermittlung von entscheidender Bedeutung. Diese und ein vitaler Kunstmarkt dienen den zeitgenössischen bildenden Künstlern am meisten. Dazu ist ein liberaler Rahmen und eine freie Marktordnung nötig – nur so kann sich das private Engagement entfalten. Eine liberale Gesetzgebung im Kunstmarkt ist außerdem für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz entscheidend: Das internationale Umfeld verändert sich sehr dynamisch, wie uns das rasante Wachstum auf den Kunstmärkten Chinas, Indiens und Russland zeigt. Letztlich zeigen die verfügbaren Daten sehr klar, dass die Folgerechts-Regulierung hinsichtlich des Ziels, zeitgenössische Künstler am Erfolg ihrer Werke zu beteiligen, sehr ineffizient ist.

Literatur:
Prof. Dr. Dieter Schmidtchen und Dr. Roland Kirstein, Center for the Study of Law and Economics, verfasste wissenschaftlich Arbeit mit dem Titel "Die EU-Richtlinie zum Folgerecht. Eine ökonomische Gesetzesfolgeanalyse", 2001 (hier)
Kuno Fischer, Schweiz ohne Folgerecht (droit de suite) - Korreferat aus der Praxis, in: Kunst und Recht - Zeitschrift für Kunstrecht, Urheberrecht und Kulturpolitik (KUR), 3/4 2008, S. 66-71 (hier)
Alexander Jolles, Rechtsanwalt bei Schellenberg Wittmer in Zürich, "Der Kunstmarkt im Wettbewerb mit der EU", in: NZZ vom 19./20. August 2006